Stefan Pölt: Jedem Tierchen sein Pläsierchen

Kurzschwänziger Bläuling (Cupido argiades)

Kurzschwänziger Bläuling (Cupido argiades)

Jedem Tierchen sein Pläsierchen

© Stefan Pölt

Es gönnt sich das Pantoffeltierchen
am Sonntag gerne mal ein Bierchen,
obwohl es dann, auch wenn’s nur nippt,
schon bald aus den Pantoffeln kippt.

Das Silberfischchen leidet schwer,
weil es so gern ein Goldfisch wär.
Der einzge Trost in seinem Leid:
Es war der Held der Bronzezeit!

Der Kurzschwanzbläuling ist zwar schön,
sein Name aber klingt obszön
und lehrt ’ne männliche Person
die Furcht vor Reinkarnation.

Die hundsgemeinen Eichenschrecke
hockt trommelnd in der Gartenecke
und zirpt nicht – das mag überraschen.
Sie ließ sich umschuln auf Percussion.

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Stefan Pölt: Vierbeiner und Blaublütler

Hund

Hund

Vierbeiner und Blaublütler

© Stefan Pölt

Hunde sind im Allgemeinen
mit der Welt und sich im Reinen,
außer wenn sich wer vergisst
und an ihren Stammbaum pisst.
Ebenso benimmt der Adel
sich meist ohne Fehl und Tadel,
außer …

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Stefan Pölt: Sprichwörtlich

Humboldtpinguin im Saarbrücker Zoo

Humboldtpinguin im Saarbrücker Zoo

Sprichwörtlich

© Stefan Pölt

Der Pinguinkaiser
erscheint nur im Frack.
Das trifft (und das weiß er)
den Weibchengeschmack.

Er läuft wie ein Zombie
und fliegt wie ein Stein.
Das ist (in der Kombi)
kaum Vogeldesign.

Sein Hauch aus dem Schnabel
riecht nicht grade frisch.
Wie heißt die Parabel?
Der Kopf stinkt vom Fisch!

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Stefan Pölt: Eitel Sonnenschein

Pfau

Pfau

Eitel Sonnenschein

© Stefan Pölt

Zur Frühjahrszeit begibt Herr Pfau
sich auf die Suche nach ’ner Frau.
Dann streift er rastlos durchs Revier
und macht auf großen Kavalier.

Mit übertriebner Eleganz
vollführt er seinen Werbetanz,
bei dem der Beau in voller Pracht
der Dame schöne Augen macht,

damit sie sich in ihn verliebt,
sobald er ihr den Radschlag gibt.
Ganz aufgeregt von Fleck zu Fleck
stolziert er rum – als Running Geck.

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Stefan Pölt: Unhappy Hippo

Unhappy Hippo

© Stefan Pölt

»Gut drei Tonnen voll geballter
Sanftmut bis ins hohe Alter«
kann man vielfach übers Wesen
eines Flusspferdbullen lesen.

Grund genug für Gottlieb Lange,
mit Gepäck und Selfiestange
aufzubrechen in Reviere
dieser Riesenschmusetiere.

Im Kollegenforscherkreise
führt die rückkehrlose Reise
zu Getuschel und Geraune:
Hippo hatte schlechte Laune.

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Stefan Pölt: Fisch & Frosch

Dicker Fisch

Dicker Fisch

Fisch & Frosch

© Stefan Pölt

Will einer Fisch mit Frosch vergleichen,
fällt zunächst auf, dass beide laichen.
Auch scheinen ihnen Larven, Fliegen
vom Speiseplan her gut zu liegen,
wobei – der Einwand ist valide –
beim Schnappen gibt es Unterschiede.
Im Urteil über Trockenheit
herrscht aber wieder Einigkeit.

Verschiedenartig scheint hingegen
der Drang, Gedanken bloßzulegen
und sie dem Nächsten mitzuteilen.
Der Frosch macht’s gern, der Fisch derweilen
bevorzugt, abgesehn vom Wal,
Verständigung mehr nonverbal.
So hat noch nie ein Fisch gesagt,
warum er lieber schweigt als quakt.

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Stefan Pölt: Parallelitäten

Warzenschwein im Saarbrücker Zoo

Warzenschwein im Saarbrücker Zoo

Parallelitäten

© Stefan Pölt

Genetisch stimmt das Warzenschwein
fast völlig mit uns überein.
Zu einundneunzig Komma vier
Prozent sind wir ein Schwartentier.
Bei Onkel Franz hätt nicht verwundert,
es wären etwas über hundert.

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