Alfons Pillach: Bekenntnis einer Schimmelstute

Pferd

Pferd

Bekenntnis einer Schimmelstute

© Alfons Pillach

Die Schimmelstute sprach zum Fohlen:
„Mein Kind, ich hab’ dich nicht gestohlen.
Na klar, du hast ein dunkles Fell,
doch glaube mir, es wird noch hell.
Mein Schatz, ich schwöre dir beim Himmel,
im Lauf der Zeit wirst du ein Schimmel.
Bekomm doch bitte keinen Schock,
dein Vater, dieser Hurenbock,
war ein so wunderschöner Rappe
als lover war der nicht von Pappe.
Ich hatte mich in ihn verguckt,
du bist der Liebschaft Endprodukt.
Von ihm hast du, ganz aktuell,
dein momentan sehr dunkles Fell.
Doch schwöre ich noch mal beim Himmel,
du bist mein Kind und wirst ein Schimmel.

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Alfons Pillach: Futterneid

Futterneid

© Alfons Pillach

Ein Blesshuhn schwamm in einem Teiche,
und eine Ente tat das Gleiche.
Die Tierchen mit dem Federkleid
beäugten sich mit Futterneid,
weil man der Konkurrenz nichts gönnte,
was man ja selbst verzehren könnte.

Das Blesshuhn hatte was entdeckt,
das einer Ente auch gut schmeckt.
Schroff hat die Ente gleich gedroht:
„Hau ab, du hast hier Fressverbot!
Verschwinde endlich, Blesshuhn,
sonst gibt’s was auf die Fress’ nun!“

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Alfons Pillach: Ein Tag im Leben eines Aurorafalters

Aurorafalter

Aurorafalter

Ein Tag im Leben eines Aurorafalters

© Alfons Pillach

Es war im Juni, als ein alter,
emsiger Aurorafalter
einen neuen Tag anfing
und als hübscher Schmetterling
durch sommerliche Wiesen flog
und glücklich seine Bahnen zog.
An Blüten hatte er genascht,
da hat ein Sturm ihn überrascht.
Schnell hat er die Gefahr gecheckt
und vor dem Sturme sich versteckt.
Gleich nach dem Sturme flog er heiter
durch bunte Blumenwiesen weiter,
genoss im warmen Sonnenstrahl
des Sommers Wonnen tausendmal.

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Alfons Pillach: Aufstieg

Aufstieg

© Alfons Pillach

Es schlängelte ein Regenwurm
nach Frankreich, hin zum Eiffelturm.
Er wollte ihn besteigen
um jedermann zu zeigen,
dass, wer im Leben fleißig kriecht,
nach oben kommt, wo’s besser riecht.

Inzwischen ist der Regenwurm
hoch droben auf dem Eiffelturm,
Paris liegt ihm zu Füßen,
er lässt das Fußvolk grüßen.

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Alfons Pillach: Müßiggang

Müßiggang

© Alfons Pillach

Das Faultier hängt an einem Ast
und widmet seinen Tag der Rast.
Aus Leidenschaft ist es so faul,
es weiß, es ist kein Ackergaul.
Das Faultier liebt den Müßiggang
und meidet jeden Arbeitsdrang.
Es schlummert furchtbar gerne
und zählt nachts nie die Sterne,
denn es zählt maximal bis vier,
dann schläft es ein. Welch faules Tier!

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Alfons Pillach: Fressgewohnheiten

Affenfotos Javaneraffenbaby

Javaneraffenbaby

Fressgewohnheiten

© Alfons Pillach

Die Krähe frisst des Bauern Saat,
die Schnecke lutscht gern am Salat.
Das Schaf frisst gerne frisches Gras,
der Aasgeier stürzt sich auf Aas.
Der Affe frisst sehr gern Banane,
die Wasserpflanze schmeckt dem Schwane.
Und wir? Wir fressen in der Tat
als Beigabe auch Glyphosat.

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Alfons Pillach: Stockente am Stock

Stockentenmama mit Küken

Stockentenmama mit Küken

Stockente am Stock

© Alfons Pillach

Zwei Stockenten, ein Er, ’ne Sie,
die standen sich mal vis-a-vis.
Er hat das Weibchen angeschmachtet,
doch sie hat ihn nicht mal beachtet.
Sie dachte sich: Der alte Bock
geht schon fast an einem Stock
und steht auf meinen Entenrock.

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Alfons Pillach: Krabben

Krabben

© Alfons Pillach

Krabben sind immer sehr stumm,
sie krabbeln schweigend herum.
Es ist ihnen eigen,
sich lautlos zu zeigen.
Im Wasser, an Land,
auf Felsen, im Sand,
im schlüpfrigen Matsch,
sie kennen nicht Klatsch.
Wohin sie auch krabbeln,
man hört sie nie babbeln.
So sind halt die Krabben,
sie halten die Klappen.

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Alfons Pillach: Die Seegurke

Die Seegurke

© Alfons Pillach

Sie gurkt herum am Meeresgrund,
schnell ist sie nicht als Vagabund.
Hier eine knappe Analyse:
Sie ist ein Tier und kein Gemüse!

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Alfons Pillach: Schuss nach hinten

Rothirsch

Rothirsch

Schuss nach hinten

© Alfons Pillach

Wenn die Jäger sich bei Hirschen
aus dem Hinterhalt anpirschen,
und der Schuss geht rückwärts los,
denken Hirsche: Gott ist groß!

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Alfons Pillach: Schlänglein

Reptilienfotos Schlange Grüner Baumpython

Grüner Baumpython

Schlänglein

© Alfons Pillach

Kleines Schlänglein schlängelte
neben Mama-Schlange.
Kleines Schlänglein quengelte:
„Schlängeln wir noch lange?
Fühle mich so schrecklich matt,
bin vom vielen Schlängeln platt.“
Mama-Schlange drängelte
ihren Schlangenbengel:
„Kindchen, lass doch das Gequengel!
Schlänglein, du bist doch noch jung,
schlängle schlangenhaft mit Schwung.
Schlängle nicht so ungelenk,
schlängle locker und bedenk:
Du bist eine stolze Schlange,
keine steife Bohnenstange.“

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Alfons Pillach: Der Kronenkranich

Kronenkranich

Kronenkranich

Der Kronenkranich

© Alfons Pillach

Die Krone auf dem Kopf verrät
ihn gleich als Vogel-Rarität.
Mit Krone wirkt er majestätisch,
sehr elegant und sehr ästhetisch;
und jeder Tochter, jedem Sohne,
die er in seinem Nest ausbrütet,
wo er sie liebevoll behütet,
vererbt er eine Federkrone.
So gibt es niemals Reibereien,
beim Erben keine Streitereien.

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Alfons Pillach: Wanderfrust

Raubvogel

Raubvogel

Wanderfrust

© Alfons Pillach

Gehn zwei Wanderfalken wandern,
sagt der eine bald zum andern:
Bock zum Wandern hab ich keinen
mit meinen kurzen Vogelbeinen.
Ich mach jetzt eine kleine Pause
und dreh dann um und flieg nach Hause.

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Alfons Pillach: Dicksein kann schick sein

Dicksein kann schick sein?

Dicksein kann schick sein?

Dicksein kann schick sein

© Alfons Pillach

Ein junges Flusspferd, klein und rund,
wog noch nicht ganz dreihundert Pfund.
Die Mama redete ihm zu:
„Für dich ist Dicksein kein Tabu.
Mein liebes Kind, friss immer tüchtig
und werde bloß nicht magersüchtig.
Mein Schatz, als Flusspferd ist man dick,
in unsren Kreisen ist das schick.
Des Lebens allerhöchste Wonnen
genießt ein Flusspferd mit zwei Tonnen.“
Dann riet die stolze Flusspferddame
zum Zwecke der Gewichtszunahme:
„Mein süßes kleines Dickerchen,
du solltest deshalb nie vergessen:
Mach jedes Mal ein Nickerchen,
sobald du dich hast vollgefressen.
Gönn dir nach jeder Mahlzeit Ruh,
dann nimmt dein Umfang mächtig zu.“

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Alfons Pillach: Die Haubenmeise

Vögel Vogelfotos Haubenmeise

Haubenmeise

Die Haubenmeise

© Alfons Pillach

Als kleiner Vogel wirkt sie drollig,
stark aufgeplustert etwas mollig.
Die Annahme, ihr Federschöpfchen
auf ihrem kleinen Meisenköpfchen
benutze sie als Badehaube,
wäre dummer Aberglaube.

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Alfons Pillach: Unvorhersehbar

Gepard

Gepard

Unvorhersehbar

© Alfons Pillach

Es fürchtete eine Gazelle
brutale Löwenüberfälle.
Jedoch war nur zwei Tage später
ein Leopard der Übeltäter,
der sie in der Savanne riss
und tödlich in die Kehle biss.
Im Leben ist, so viel ist klar,
sehr vieles unvorhersehbar.

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Alfons Pillach: Fürsorglicher Papa Albatros

Möwe

Möwe

Fürsorglicher Papa Albatros

© Alfons Pillach

Belehrend sprach ein Albatros
zu seinem Sohne: „Hör mal, Spross!
Wir brauchen Anlauf vor dem Fliegen,
damit die Schwerkraft wir besiegen.
Der Abflug startet stets im Trab,
sonst heben leider wir nicht ab.
Hör zu, mein allerliebstes Kind,
beim Anlauf nützt dir Gegenwind.
Du musst beschleunigen beim Rennen,
beim Starten darfst du niemals pennen.
Folg meinem Rat, dann wird’s im Leben
für dich die schönsten Flüge geben,
dann wirst du, stolz zu allen Zeiten,
perfekt durch Wind und Wetter gleiten
und wirst, wie all deine Gefährten,
ein meisterhafter Flieger werden.“

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Alfons Pillach: Der Luchs in deutschen Landen

Tiere Tierfotos Luchs

Luchs

Der Luchs in deutschen Landen

© Alfons Pillach

Der Luchs hat einen Backenbart
und Pinsel an den Ohren,
als echte Schönheit seiner Art
war er schon fast verloren.

Ein Glück, dass es ihn wieder gibt
in unsren deutschen Landen,
der Luchs, der seine Freiheit liebt,
war viel zu lang abhanden.

Sein Wesen hat Gemeinsamkeit
mit unsren kleinen Kätzchen,
er liebt des Waldes Einsamkeit
und ist kein Streichel-Schätzchen.

Perfekt beim Jagen, stark bekrallt,
ein schlauer Beutefänger,
so schleicht er tief in seinem Wald
herum als Einzelgänger.

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Alfons Pillach: Befürchtung eines Shetlandponys

Tiere Tiefotos Pferd Shetlandpony

Shetlandpony

Befürchtung eines Shetlandponys

© Alfons Pillach

Es flüsterte ein Shetlandpony
ins Ohr der Ponystute Conny:
„Mein Schatz, hast du mal Lust auf Lettland?
Mir wird’s zu langweilig auf Shetland.“
Da maulte seine liebe Conny:
„Mein Liebling, ich geb’ dir mein Wort,
von Shetland gehe ich nicht fort.
In Lettland machen sie komplett
aus uns zwei saftiges Kotelett.“

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Alfons Pillach: Der Siebenschläfer

Der Siebenschläfer

© Alfons Pillach

Als Langschläfer schläft er ganz fest
in seinem kleinen Höhlennest.
Bereits im Herbst legt er sich schlafen,
die Höhle ist sein sichrer Hafen.

Den Schneemann kriegt im Leben nicht
ein Siebenschläfer zu Gesicht.
Er pennt im Winter, erst im Mai
sagt seiner Höhle er Goodbye.

Längst fliegen Bienen, Hummeln, Käfer,
und auf der Wiese steht der Schäfer;
und Wald und Wiesen sind erwacht
in wunderbarer Maienpracht.

Den kleinen Kerl mit grauem Fell
ruft dann der Sommer zum Appell.
In Sommernächten sehr aktiv
lärmt er bisweilen exzessiv.

Doch neigt der Sommer sich zu Ende,
ist Siebenschläfer-Zeitenwende:
Bald hat er sich dem Schlaf verschrieben
und träumt sich hoch auf Wolke sieben.

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